Feministinnen sind so

[aktualisiert 12/2017]

Feminist_innen sind zu-Hause-bleib-Muttis oder Vatis, geben ihr Kind tagsüber in die Kita, zur Tagesmutter, oder den Großeltern. Oder sie haben gar keine Kinder.

Feminist_innen haben gut, schlecht oder gar nicht bezahlte Jobs oder gar keine.

Feminist_innen sind Unternehmer_innen, Jurist_innen, Berater_innen, Autor_innen, Künstler_innen, Privatiers, Rentner, arbeiten im Supermarkt, an der Tankstelle, auf einer Bohrinsel, gestalten, coden, administrieren, studieren, gehen zur Schule, machen nichts davon oder mehreres gleichzeitig.

Feminist_innen sind mono oder poly, hetero, schwul, lesbisch, bisexuell, asexuell, promiskuitiv oder auch nicht.

Feminist_innen sind in romantischen oder unromatischen Beziehungen, oder in gar keiner Beziehung, verliebt, verpartnert, verheiratet oder forever alone.

Feminist_innen sind  Cis, Trans*, Inter*, Queer, Butches oder Femmes oder nicht. Oder Bitches.

Feminist_innen sind Männer und Frauen in Röcken oder Hosen. Oder ohne Hosen.

Feminist_innen stehen auf Blümchensex oder BDSM, irgendwas dazwischen oder was ganz anderes.

Feminist_innen tragen durchsichtiges oder Baumwollschlüpper.

Feminist_innen mögen Pornos oder keine Pornos. Oder feministische Pornos.

Feminist_innen sind links, nicht links, kapitalistisch, marxistisch, demokratisch, liberal, anarchistisch, revolutionär oder auch nicht.

Feminist_innen stehen auf Pink oder nicht.

Feminist_innen mögen Hello Kitty oder Vogonen oder auch nicht.

Feministinnen sind dick, dünn, klein, groß, oder mittel.

Feminist_innen sind hübsch oder hässlich, gehen mit sexistischen Schönheitsstandards konform, haben ihre eigenen Standards oder nicht.

Feminist_innen haben kurze, mittlere, lange Haare, oder gar keine.

Feminist_innen lassen Schönheits-OPs machen, außer sie tuns nicht.

Feminist_innen unterziehen sich Haarentfernungsprozeduren oder sie lassen es bleiben.

Feminist_innen tragen High Heels oder Turnschuhe, Jeans oder Minirock, Kopftuch, Burka, Bikini, oder was völlig anderes.

Feminist_innen trollen Sprache mit Gender_Gap oder Sternchen* oder Binnen-Is oder sie lassen es bleiben.

Feminist_innen sind Hillary Clinton, Michelle Obama, Kathleen Hanna, Emma Goldman, Alan Alda, Ellen Page, Alice Schwarzer und Sasha Grey. Und dieser eine Typ ist in Wirklichkeit auch Feminist.

Feminist_innen sind für Gleichstellung und sexuelle Selbstbestimmung und nicht dagegen. Feminist_innen sind gegen Sexismus und damit für Freiheitsgewinn, nicht -einschränkung.

Antifeminist_innen sind Leute, die aus irgendwelchen Gründen Feminismus für einschränkend befinden, aber bei rosa Ü-Eiern für Mädchen nicht erklären können, warum die nur für Mädchen sind.

inspiriert von
Hanne Blank: Real Women

23 comments

  1. Willi (@timwillsie)

    Ich knusper jetzt schon ne Weile an der doppelten Verneinung im letzten Satz und muss einfach mal nachfragen:

    Variante 1:
    Ist man nun Antifeminist, wenn man sagt dass rosa Ü-Eier nur für Madchen sind, aber nicht erklären kann warum die nicht auch für Jungs sind?

    Variante 2:
    Oder ist man Antifeminist, wenn einem einfach keine Erklärung für/wider hat, aber auch gar keine Aussage über die Geschlechterzugehörigkeit von rosa Ü-Eiern trifft?

    Wenn ich es lese verstehe ich das zweite, vermute aber das erste ist gemeint. Auf die erste Lesart kommt man wohl aber nur, wenn man schon davon ausgeht dass rosa Ü-Eier nicht für beide Geschlechter sind…

    Keine Ahnung ob ich Antifeminist bin, aber so wie der Text da steht, verstehe ich Variante 2 und habe weder eine Erklärung warum Jungs rosa Ü-Eier haben sollten, noch dagegen, bin somit Antifeminist.

    • sanczny

      @ Willi (@timwillsie)

      […] Feminismus für einschränkend befinden, aber bei rosa Ü-Eiern für Mädchen nicht erklären können, warum die nicht auch für Jungs sind.

      Das ist keine doppelte Verneinung. Die beiden „nicht“ beziehen sich auf unterschiedliche Sachen. Die rosa Ü-Eier werden als „nur für Mädchen“ beworben. Antifeminist_innen kritisieren, Feminist_innen, die sich daran stören, würden Leute einschränken wollen. Das Gegenteil ist der Fall. Beim rosa Ü-Ei werden Jungen ausgeschlossen und propagiert, pink sei für Mädchen.

  2. Willi (@timwillsie)

    @sanczny Ok, danke für den Erklärungsversuch.

    Aber nun bin ich noch verwirrter. Der Hersteller des rosa Ü-Ei ist der eigentliche Antifeminist? Oder die Menschen, die allein von der Farbe darauf schließen, dass die Eier nur für Mädchen sind und dies propagieren?

    Gibt es da einen bestimmten Vorfall mit diesen Eiern, oder Infos, die mir fehlen um den Text so zu lesen, wie er gemeint ist? Du schreibst, sie werden so beworben, hast du nen Link?

    Sollte ich ein Einzelfall sein, dann ignorier mich einfach. Ich hatte nur das Gefühl, dass der letzte Absatz ohne Interpretationen / Assoziationen keinen Sinn ergibt…

  3. Anne Jellycar (@kandidelgeruest)

    Der Text hat zwar etwas Wahres, und gefällt mir, aber ich finde es sehr gefährlich, so zu tun, als sei alles, was Feministinnen tun, automatisch feministisch. Vielleicht missverstehe ich ja den Text, aber das Gefühl vermittelt mir so etwas immer.
    Pornos, Prostitution, High Heels, Make Up und all der Kram, der unter dem Patriarchat entstanden ist und „Weiblichkeit“ vollkommen kapitalistisch und künstlich definiert, ist einfach antifeministisch. Das bedeutet natürlich nicht automatisch, das Frauen, die solche Dinge mögen, plötzlich keine Feministinnen mehr wären. Feminismus heißt auch, sich mit den eigenen Gewohnheiten kritisch auseinanderzusetzen, gerade wenn diese andere Frauen auf der ganzen Welt ausbeuten.

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  6. Glas

    Die Dychotomie, die Du hier aufmachst, läuft darauf hinaus, dass es zwei Arten von Feminismus gibt, von denen natürlich nur einer richtig ist. Der richtige Feminismus beinhaltet den Glauben, dass biologische Faktoren sich in primären Geschlechtsorganen erschöpfen, der andere ist abzulehnen.

    Fällt Dir nicht selbst auf, dass die Darstellung Deines Standpunkts als undifferenziert, ideologisch verzerrt (und nebenbei wissenschaftlich falsch) rüberkommt?

    • sanczny

      @Glas

      1) Kann es sein, dass Sie im falschen Beitrag sind? Ihr Kommentar passt hier inhaltlich mal gar nicht.

      2) Finden Sie es nicht etwas sehr unverschämt, sowas zu posten…

      Der richtige Feminismus beinhaltet den Glauben, dass biologische Faktoren sich in primären Geschlechtsorganen erschöpfen, der andere ist abzulehnen.

      … und dann meinen Standpunkt als ideologisch verzerrt zu bezeichnen? Zeigen Sie doch mal die Quelle für den Blödsinn.

  7. Pingback: DENKtRÄUME - hamburger frauenbibliothek » Blog Archive » So sind Feministinnen …

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