18 Gründe für die Entkriminalisierung von Sexarbeit

Übersetzung des Textes 18 Reasons for Decriminalisation of Sex Work. Many thanks to @KateOnTheGo for the permission to translate and repost this.

1. Die Beratungsgruppe von Amnesty International hat festgestellt, dass Sexarbeiter*innen bei kriminalisierter Sexarbeit einem hohen Maß an Stigmatisierung und Diskriminierung ausgesetzt sind.

2. Sexarbeiter*innen durch eine Vielzahl von Gesetzen einen „Kriminellen-Status“ aufzuerlegen, verschlimmert die Vorurteile gegen sie.

3. Sexarbeiter*innen sind Scham und Ausgrenzung durch Polizei, Freund*innen, Familie, Arbeitgeber*innen und Anbieter*innen öffentlicher Dienstleistungen ausgesetzt aufgrund dieses „Kriminellen-Status“.

4. Sexarbeiter*innen durch Gesetze abzugrenzen, grenzt sie aus Communities aus.

5. Diese Abgrenzung versetzt sie in Konflikt mit der Polizei und erhöht das Risiko von Gewalt gegen sie.

6. Künftige Arbeitgeber*innen werden Sexarbeiter*innen, die durch Gesetze gegen Sexarbeit als „Kriminelle“ markiert worden sind, nicht einstellen wollen.

7. Sexarbeiter*innen werden als Verbreiter*innen von HIV stigmatisiert, was sie davon abhält, Unterstützung durch Dienste und Informationsangebote zu sexueller und reproduktiver Gesundheit in Anspruch zu nehmen.

8. Das Verhalten von Pflegepersonal und anderen medizinischen Fachkräften verhindert, dass Sexarbeiter*innen zu Gesundheitsdiensten zurückkehren.

9. Selbst wenn Sexarbeit nicht direkt kriminalisiert ist und die Gesetzgebung in Form von Kriminalisierung des Kaufs von Sex erfolgt („Nordisches Modell“), gibt es die direkte Auswirkung, dass Arbeitsplätze für Sexarbeiter*innen deutlich gefährlicher gemacht werden.

10. Kriminalisierung bestimmter Aspekte von Sexarbeit, wie Gesetze in Bezug auf „Erregung öffentlichen Ärgernisses“, ermöglicht Strafverfolgungsbehörden, nach Sexarbeiter*innen, insbesondere in straßenbasierter Sexarbeit, auf unfaire Weise zu fahnden.

11. Gesetze, die Werbung für sexuelle Dienstleistungen verhindern, treiben mehr Sexarbeiter*innen in straßenbasierte Sexarbeit, die allgemein als unsicherste Form von Sexarbeit gilt.

12. Gesetze zu erlassen, die verbieten, dass zwei Sexarbeiter*innen in den gleichen Räumen zusammenarbeiten, bringt einzelne Sexarbeiter*innen in Gefahr und zwingt sie, allein und ohne Unterstützung zu arbeiten.

13. Wenn der Kauf von Sex kriminalisiert ist, macht dies Kunden aufgeregt und nervös und sie suchen sexuelle Dienstleister*innen in Eile auf. Dies macht Sexarbeiter*innen die notwendige Sorgfalt und Sicherheitschecks, bevor sie eine Buchung akzeptieren, unmöglich.

14. Kriminalisierung von Sexarbeit kann der Polizei die notwendige Immunität bieten, Sexarbeiter*innen zu misshandeln. Studien in einigen Ländern haben gezeigt, dass die Polizei von Sexarbeiter*innen straflos Geld erpresst oder sie vergewaltigt.

15. Die Immunität der Polizei bei Gewalt gegen Sexarbeiter*innen macht diese misstrauisch gegenüber den Strafverfolgungsbehörden und macht es unwahrscheinlich, dass sie diese bei Gefahr in Anspruch nehmen.

16. Anzeigen bei der Polizei zu erstatten, bedeutet für Sexarbeiter*innen, dass die Polizei und andere „Rettungsorganisationen“ sie zwingen werden, keine sexuellen Dienste mehr anzubieten, womit ihnen das Recht genommen wird, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

17. Rettungsorganisationen drängen auf Kriminalisierung von Sexarbeit, schaffen es aber nicht, ausreichende Hilfen und Unterstützung anzubieten, damit Sexarbeiter*innen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten finden.

18. Migrantisierte straßenbasierte Sexarbeiter*innen müssen aufgrund der intersektionalen Diskriminierung, der sie ausgesetzt sind, feststellen, dass die Polizei keine Hilfe für sie ist.

********Adaptiert vom Amnesty International Entwurf der Policy zu Sexarbeit.

http://www.swop.org.au/news/amnesty-international-draft-proposal-to-decriminalise-sex-work

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Danke an @Stadtgespenst für das Lektorat!

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